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Ein Garten für Bienen

In den letzten 100 Jahren hat sich im Hausgarten ein tiefgreifender Wandel vollzogen. Waren viele Hausgärten früher Selbstversorger-Gärten mit einer großen Vielfalt an Pflanzen, geht der Trend heute eher zum pflegeleichten Rasen, der von nur wenigen Pflanzen - Koniferen und Rhododendron - gesäumt wird. So ein Garten ist Ödland für die meisten Wildtiere, und bietet Bienen kaum Nahrung. Da auch die Kulturlandschaft in vielen Bereichen immer kahler wird, müssen Bienen oft weit fliegen, um ausreichend Nahrung zu finden. Das schwächt die Völker. Dazu kommen oft noch Schäden durch Pestizide.
Was können wir also im Hausgarten tun, um den Bienen das Leben etwas leichter zu machen? Ein vielfältiges Angebot von Nektarpflanzen im Jahreslauf ist natürlich besonders wichtig. Im Hochsommer ist das Angebot groß genug, aber gerade im zeitigen Frühjahr, wenn die Bienen nach dem Winter ausfliegen, und zum Ende der Saison, wenn sie sich aufs Überwintern vorbereiten, sind Bienenweiden besonders wertvoll. Deswegen hier ein kurzer Überblick zu Bienenweiden im Jahreslauf.

Ganz früh im Jahr blühen das Strauchgeißblatt Lonicera purpusii (das man nicht nur für Bienen, sondern auch für sich selbst in den Garten pflanzen sollte! Seine zartgelben Geißblattblüten öffnen sich in manchen Jahren schon zu Weihnachten und duften wunderbar...) und der gelbe Jasmin, Jasminum nudiflorum. Viele der Gehölze, vom denen sich Bienen zu Beginn des Jahres nähren wie Hasel, Erle und alle Weiden, sprengen den Rahmen vieler Hausgärten. Immer genug Platz ist jedoch für den ersten Krokus des Jahres, Crocus tommasinianus. Er blüht ab Februar, verwildert schnell und bildet üppige Teppiche, die an sonnigen Tagen von Bienen in großer Zahl besucht werden. Ebenfalls beliebt sind Winterlinge, Märzbecher, frühe Iris (Iris reticulata) und Frühlingslichtblumen. Ab März wird das Angebot dann etwas größer: neben Küchenschellen und Lungenkraut blühen Taubnessel, Schlüsselblumen und der Sibirische Blaustern Scilla sibirica.

Im April blühen Scheinquitte  und Blutjohannisbeere; auch kann der Gärtner durch die Pflanzung botanischer Tulpen das Nahrungsangebot verbessern. Apart und ungewöhnlich ist die Frühlingsplatterbse Lathyrus vernus, die gern am Gehölzrand wächst. Buntes im Rasen, wie Gänseblümchen und, ja, Klee, sollte geduldet werden. Gerade Klee bietet Insekten viel Nahrung.

Viele unserer heimischen Gehölze blühen im Mai, zum Beispiel Kastanien. Goldregen und Flieder erfreuen nicht nur den Gärtner mit ihrer Blüte, sondern auch den Imker. Im Mai blüht auch Lonicera nitida, die auch den uncharmanten Namen "Böschungsmyrte" trägt. Dieses robuste kleine Gehölz findet man oft auf Verkehrsinseln und in städtischen Anlagen. Bei schönem Maiwetter brummt und summt es in den zartgelben Blüten, dass es eine reine Freude ist. Die Böschungsmyrte wächst sehr dicht, ist hart im Nehmen und gut schnittverträglich, und bietet eventuell eine Alternative zum kränkelnden Buchs. 

Ab Mitte Mai beginnt die Zeit, in der die meisten Bienenweiden blühen: Lippenblütler wie Salbei, Lavendel, Katzenminze, Melisse, Oregano und viele andere Kräuter, Korbblütler wie Astern, Disteln (wilde und Prachtstauden) und Schafgarben, Kreuzblütler wie Levkojen und Nelken.

Bienen im GartenBienen im GartenBienen im GartenBienen im GartenBienen im GartenBienen im GartenBienen im GartenBienen im Garten


Die ersten Rosen erblühen im Juni - wilde, ungefüllte Sorten und Arten werden gern von Bienen besucht. Das Johanniskraut blüht ebenfalls und ist heiß begehrt. Wenn man es direkt nach der ersten Blüte zurückschneidet, wird es im Spätsommer eine Nachblüte produzieren, wenn das Nahrungsangebot für Bienen schon nachlässt. Auch Einjährige wie Mohn und Kapuzinerkresse tragen zum gut gedeckten Tisch bei. 

Im Spätsommer sind vor allem Wasserdost, Sonnenhut, Sonnenbraut und Fetthenne zu nennen. Auch die lichtgelbe Skabiose, Scabiosa ochroleuca, und Verbena bonariensis blühen über einen lange Zeitraum und sehen, zusammen gepflanzt, wunderschön und filigran aus. Wilder Wein und Efeu blühen jetzt, und auch Schmetterlingsflieder bieten natürlich nicht nur Schmetterlingen, sondern auch Bienen und Hummeln Nahrung. Ungefüllte Astern und Dahlien werden ebenfalls angeflogen.

Im Herbst werden Herbstkrokusse und Herbstzeitlose noch bis in den November hinein von Bienen besucht. Hier empfehlen sich Sorten und Arten, die leicht verwildern, wie Crocus pulchellus und Crocus speciosus. 

Im Spätsommer erscheinen Schwebfliegen im Garten. Oft werden sie für Wespen gehalten, weil sie gelb-schwarz oder gelb-braun gestreift sind. Sie sind aber vollkommen harmlos und stechen nicht. Schwebfliegen ernähren sich von Pollen und sind wertvolle Bestäuber im Garten. Sie lieben Teefenchel! Man sieht sie aber auch viele andere der oben genannten Stauden umschweben.