Herbstfrühling

Die meisten Gärtner kennen die Herbstzeitlose – diese beeindruckende Zwiebelpflanze, die den Garten mit ihren violetten Blüten verschönert, wenn die Bäume ihre Herbstfärbung bekommen. Herbstblühende Krokusse sind weit weniger bekannt – dabei sind sie genau so schön, wenn auch irgendwie ganz anders... Während die Herbstzeitlosen sehr drall und leuchtend dastehen, wirken die Herbstkrokusse zart und zerbrechlich – eben genau wie ihre Verwandten, die uns nach dem Winter den nahen Frühling ankündigen.

Herbstzeitlose sind in der Kultur nicht anspruchsvoll – sie möchten einen Platz in der Sonne oder im Halbschatten haben, in nicht zu magerem Boden. Gepflanzt werden sie im August, und dann blühen sie noch im gleichen Jahr später im Herbst, je nach Sorte von Anfang September bis in den November hinein. Man sollte sie, wie ja die meisten Blumenzwiebeln, etwa zwei bis drei Mal so tief setzen, wie sie hoch sind. Beim Pflanzen kann man ihnen gern ein bisschen organischen Volldünger mit ins Pflanzloch geben. Am schönsten wirken sie, wenn man sie in größeren Gruppen pflanzt. Bei der Pflanzung sollte man daran denken, dass Herbstzeitlose im Frühjahr einen kräftigen Busch frischgrüner Blätter produzieren, die etwa 40 cm hoch werden. Diese Blätter ernähren die Zwiebel und sollten nicht abgeschnitten werden. Sie sind recht hübsch und passen gut zu späten Tulpen oder zwischen Frauenmäntel und Lungenkraut.
Es gibt viele unterschiedliche und sehr schöne Colchicum-Arten und –Sorten – weiße, rosa und violette, gefüllte und ungefüllte. Sie alle werden zwischen 15 und 20 cm hoch. Zwiebeln und Pflanze sind giftig.


Herbstblühende Krokusse sollten Sie so pflanzen, dass sie in großen Kolonien verwildern können. Sie brauchen allerdings zum rechten Gedeihen einen vollsonnigen Standort auf gut durchlässigem Boden (wenn Sie keinen gut durchlässigen Boden bieten können, legen Sie doch einfach eine kleine Dränage an, z.B. mit Kies). Der heimische Wiesenkrokus Crocus pulchellus verträgt lichten Schatten. Besonders willig verbreiten sich die Prachtkrokusse (Crocus speciosus, 'Cassiope', 'Artabir') und Crocus kotschyanus in unseren Gärten. Die klaren, zartvioletten, weißen und hellblauen Schalenblüten der Herbstkrokusse bieten Bienen und Hummeln auch spät im Jahr noch Nahrung und leuchten besonders leibreizend in der tief stehenden Herbstsonne. Gepflanzt werden sie ebenso wie die Herbstzeitlosen im August, drei mal so tief wie die Zwiebel hoch ist. Auch sie freuen sich über etwas Volldünger im Pflanzloch.

Der Safrankrokus gehörte früher zu den begehrtesten Handelswaren der Welt. Safran wurde mit Gold aufgewogen, und wer Safrankrokusse außer Landes schmuggelte und erwischt wurde, wurde hart bestraft. Heute haben wir den Safrankrokus hauptsächlich im Garten, weil er so wunderschön ist; wer die Mühe nicht scheut, kann sich natürlich auch seinen eigenen Safran ernten. Dazu muss man die Narbenschenkel (das sind die roten Fäden in der Blüte) ernten und in der Sonne trocknen. Erst durch das Trocknen entwickelt sich das typische Safran-Aroma.
Der Safrankrokus, Crocus sativus, kommt aus wärmeren Ländern zu uns. Er schätzt vollsonnige Standorte, die sehr gut drainiert sein sollten. Außerdem ist er gern ungestört; deswegen sollte man ihn 20 cm tief pflanzen (seine wunderschöne schieferblaue Blüte lohnt die Mühe auf jeden Fall!). Wie wir alle mag er es sommertrocken. Er sollte also nicht an einem Platz stehen, wo im Sommer regelmäßig gegossen wird.

Wenn Sie sich für Safran, für schön bebilderte Kochbücher und Geschichten interessieren, sollten Sie Susanne Fischer-Rizzis wunderbares Buch 'Gold in der Küche – Das Safrankochbuch' lesen. Das macht Lust auf mehr!

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