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Lilium candidum Madonnenlilie
Dass diese wunderschöne Lilie mit der Jungfrau Maria und der unbefleckten Empfängnis in Verbindung gebracht wurde, ist leicht zu verstehen: ihre weißen Blüten scheinen wirklich der Inbegriff von Unschuld und Reinheit zu sein. Madonnenlilien wurde im Mittelalter als heilige Blume verehrt. Sie galt damals als Heilpflanze von großer Kraft. Erste Hinweise auf die Kultivierung von Madonnenlilien findet man in ägyptischen Texten aus der Zeit um 2500 vor unserer Zeitrechnung.
Die Madonnenlilie blüht im Juni. Sie wird 90 bis 150 cm hoch und trägt an ihren langen Stängeln bis zu 20 reinweiße Blüten in der typischen Lilienform. Ihre goldenen Staubgefäße sind mit duftendem Blütenstaub überzogen. Ihr klarer Duft ist ganz anders als der schwere, manchmal drückende Duft anderer Lilien. Ihr Laub ist im besten Fall unscheinbar, neigt dazu, braun zu werden und sollte möglichst durch eine Unterpflanzung versteckt werden.
Pflanzzeit für Madonnenlilien ist der August. Kaufen Sie kräftige, feste, kompakte Zwiebeln und setzen Sie sie flach ein; die Spitze sollte nur wenige Zentimeter unter der Bodenoberfläche sein. Madonnenlilien lieben nahrhafte, gut dränierte Böden, die gern kalkhaltig und auch steinig sein können. Der Standort sollte so sonnig wie möglich und auch geschützt sein. In schweren, nassen Böden wird diese Lilie Ihnen keine Freude bereiten; entweder wird sie ganz verschwinden oder einen kümmerlichen Trieb mit nur wenigen Blüten produzieren. Auch neigt die Zwiebel in solchen Böden zu Schimmelbildung und Fäulnis. Wenn Sie schweren Boden haben, aber trotzdem unbedingt Madonnenlilien pflanzen wollen, sollten Sie ein richtig großes Pflanzloch ausheben (40 mal 40 mal 40), es mit einer Mischung aus Kompost, gut verrottetem Rinderdung, organischem Volldünger (was immer Sie davon gerade zur Hand haben...) Kies oder Sand und etwas Düngekalk füllen, und dann die Lilien obenauf setzen.
Nach der Pflanzung wird sich recht schnell eine üppige Blattrosette bilden, die im Winter gern abgedeckt werden mag (um sie vor Nässe zu schützen z. B mit Tannenreisig). Im darauf folgenden Frühjahr treibt die Lilie dann durch und streckt sich Richtung Himmel. Ebenfalls im Frühjahr erscheinen unglaublich hübsche, leuchtend rote kleine Käfer auf dieser Lilie. Man nennt sie Lilienhähnchen, und sie haben sich schon den ganzen Winter auf Ihre Madonnenlilien gefreut! Sie können eine Lilie wirklich übel verwüsten (nicht nur Madonnenlilien, sondern auch alle anderen Lilium-Arten und Taglilien, also Hemerocallis). Glücklicherweise setzen sie sich recht arglos mitten auf die Pflanze und sind wegen ihrer wirklich beeindruckenden Farbe leicht zu finden. Wenn Sie wollen, dass von Ihren Lilien etwas übrig bleibt, sollten Sie sie absammeln.
Stützen Sie Ihre Madonnenlilien ab; wenn das Wetter harsch ist und es stürmt, könnten sie sonst Schaden nehmen. Und in sehr trockenen Jahren sollten Sie sie natürlich regelmäßig gießen.
Wenn die Lilien abgeblüht sind, können Sie sie herunterschneiden. Von Juli bis August ziehen sie ein. Dann, und nur dann, sollte man sie umpflanzen. Jetzt sind sie auch dankbar für ein bisschen Nahrung, damit sie Kraft fürs nächste Jahr tanken können.
Madonnenlilien sind wunderschön zu Rosen, apart zu Edeldisteln und Artemisien; im Rosengarten von Mottisfont Abbey in Hampshire stehen sie vor einem Philadelphus 'Belle Etoile' und duften an warmen Sommertagen mit ihm um die Wette. Und das ist dann wirklich das Paradies auf Erden.
© Marie Lang 2005
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