Naschhecken aus Wildgehölzen

Wildgehölze
Als Wildgehölze sind alle jene Sträucher und Bäume anzusehen, die sich ohne Zutun des Menschen über längere Zeiträume hinweg entwickelt und in einem bestimmten Bereich Fuß gefaßt haben.
Wildgehölze sind eine Bereicherung für viele Gärten. Ob als Hecke oder lockere Gruppe angeordnet, oder als einzelner Akzent im Garten; sie bestechen durch Blüten oder Früchte, schöne Herbstfärbungen oder Wuchsformen und sind für unterschiedlichste Standorte geeignet.
Viele Wildgehölze tragen Früchte, die Menschen und Tieren schmecken. Sie bieten Vögeln und anderen Tieren aber nicht nur Nahrung, sondern auch Schutz und Brutplätze.

Acer campestre - Feldahorn
Die kleinen dunkelgrünen Blätter des Feldahorns verfärben sich im Herbst leuchtend gelb, dann werden auch die geflügelten Früchte ausgebildet. An Standort und Boden stellt Acer campestre keine großen Ansprüche, er ist trockenheitsresistent, windfest und schattenverträglich und als Hecke zu schneiden. Wenn er frei steht, wird der Feldahorn ein schöner kleiner, 3-10 m hoher Baum. Vögeln bietet er Nahrung und Nistplatz.

Alnus glutinosa - Rot- oder Schwarzerle
Die Erle mag feuchte Standorte in Sonne oder Halbschatten. Meist mehrstämmig, wächst sie zu einem 8 - 20 m großen Baum mit dunkelgrünen Blättern heran. Sie trägt männliche (Kätzchen) Blüten und weibliche Blüten getrennt. Auffällig sind die dunkelbraunen Zapfen; fast das ganze Jahr über sind sie zu finden.

Amelanchier ovalis - Felsenbirne
Ein kleiner (1,5 - 3 m) Strauch mit weißen Blütentrauben im Frühling. Die blauschwarzen Felsenbirnenfrüchte sind eßbar (Marmelade!, außerdem macht die wunderschöne Herbstfärbung diese Pflanze so wertvoll. Felsenbirnen wachsen auf normalen Böden in Sonne oder Schatten, sie vertragen Staunässe, überstehen aber auch Trockenperioden. Sie sind als Pioniergehölze auf ungünstigen Standorten zu verwenden und bieten Vögeln Schutz, Nistplatz und Nahrung.
Sehr schön ist auch die eingebürgerte Kupferfelsenbirne A. lamarckii (canadensis), die höher wird (6 - 8 m) und etwas früher blüht.

Aronia melanocarpa - Schwarzfrüchtige Apfelbeere -
Die Apfelbeere ist ein im östlichen Nordamerika beheimateter ausläufertreibender Strauch, der 150 bis 200 cm groß wird. Die glänzenden Blätter haben eine aufregende rote Herbstfärbung, und aus den weißen Blüten entstehen im September erbsengroße, schwarze Früchte, die zum Naschen einladen und auch zum Färben verwendet werden. Die Apfelbeere mag gerne sonnig stehen, ist gut windverträglich, anspruchslos und gesund. Sie ist ein schöner Kleinstrauch, der sich vielseitig verwenden läßt. Die Früchte sind bei Menschen und Vögeln gleichermaßen beliebt.

Berberis thunbergii - Grüne Berberitze
Anspruchsloser Strauch mit gelben Blütenbüscheln im Mai, aus denen sich im Herbst langhaftende korallenrote Beeren entwickeln, schön zur scharlach-orangenen Herbstfärbung. Diese Berberitzen stehen gern auf frischen Böden in der Sonne oder im Halbschatten, können Trockenheit, aber auch feuchten Boden vertragen. Sie werden 1,5 - 2 m hoch.

Caragana arborescens - Gewöhnlicher Erbsenstrauch
4 - 5 m hoher, straff aufrecht wachsender Strauch mit gelben Schmetterlingsblüten im Mai. Die Früchte sind walzenförmige Hülsen, die nicht zum Verzehr geeignet sind, da sie wie alle Pflanzenteile mindergiftig sind.
Der Erbsenstrauch ist einer der anspruchslosesten Sträucher für extrem arme Böden, mag sonnig bis halbschattig stehen und ist salzverträglich, also auch als Verkehrsbegleitgrün geeignet. Er wird stark von Insekten angeflogen.

Carpinus betulus - Hainbuche, Weißbuche
Der Baum des Jahres 1996 wächst oft mehrstämmig (bis 20 m hoch), ist aber auch gut als Hecke zu erziehen. Hainbuchen sind hitzeverträglich und windfest. Sie kommen mit fast jedem Standort klar, sind allerdings etwas salzempfindlich, also Vorsicht an der Küste und im Winter mit dem Streusalz. Die Blätter werden im Herbst leuchtend gelb und bleiben noch sehr lange am Strauch haften.

Colutea arborescens - Blasenstrauch
Der Blasenstrauch ist ein kleiner (bis 3 m hoher) Strauch mit gelben Schmetterlingsblüten im Mai. Seinen Namen verdankt er den stark aufgeblasenen Hülsenfrüchten, die bis 8 cm groß werden und recht bizarr aussehen. Die Samen darin sind schwach giftig. Die Blätter des Blasenstrauchs sind unpaarig gefiedert und er ist als Schmetterlingsblütler ein Sticksoffsammler. Er mag gern warme, trockene und sonnige Standorte und ist schnittverträglich.

Cornus mas - Kornelkirsche
Kornelkirschen sind sooo schön, denn sie blühen schon ganz früh im Jahr (II-IV), wenn solch kleine gelbe Blüten das Herz besonders erfreuen. Später reifen daraus dann rote, eßbare Steinfrüchte. Der mehrstämmige Strauch wächst langsam 3 - 6 m hoch. Kornelkirschen sind salzempfindlich, kommen aber sonst mit allen durchlässigen Böden klar. Sie mögen sonnig oder halbschattig stehen, vertragen Hitze und sind auch windfest.

Süße Kornelkirschensoße:
500 g Kornelkirschen mit einem halben Liter Wasser, einem Glas Rotwein, einem Stückchen Butter, etwas Koriander und einigen Stücken Zimt langsam eine Stunde lang kochen und dann durch ein Sieb streichen. Ein halbes Glas Rotwein, 360 g Zucker und die abgeriebene Schale einer Zitrone dazugeben. Die Soße mit einem Teelöffel voll Stärkemehl sämig machen.

Cornus sanguinea - Roter Hartriegel
Dieser Hartriegel ist ein breit wachsender Strauch von 1 - 5 m Größe. Kleine weiße Doldenblüten schmücken ihn im Mai/Juni, violettschwarze Früchte sowie orange-violette Blätter im Herbst. Der Standort für diesen Strauch sollte nicht zu schattig sein, auch nicht zu sauer, aber Hitze und Wind sind für ihn kein Problem. Er ist anpassungsfähig, bildet Ausläufer und ist deshalb gut zur Bodenbefestigung geeignet. Wichtiges Vogelschutzgehölz. Bietet Nahrung und Nistplatz.

Corylus avellana - Haselnuß
Haselnüsse blühen schon früh im Jahr: weithin leuchten die gelben männlichen Kätzchenblüten, nach den kleinen roten weiblichen Blüten muß man schon etwas genauer schauen. Die Pflanzen werden 3 - 5 m hoch und zeigen eine leuchtend gelb-orange Herbstfärbung. Sie mögen durchlässige, nicht zu saure Böden in Sonne oder Halbschatten, sind gut schnittverträglich und unentbehrlich als Heckenpflanze und für Nußkuchen.

Crataegus monogyna - Eingriffliger Weißdorn
Langsam wächst der Weißdorn bis zu 6 m hoch und er steht am liebsten nicht zu schattig auf durchlässigem Boden. Er blüht im Mai-Juni mit weißen Doldenrispen und trägt im Herbst dunkelrote eßbare Beeren (Nahrung für viele Tiere) und eine schöne gelb-orange Laubfärbung. Auf Bodenverdichtung und zuviel Salz reagiert der Weißdorn empfindlich; Hitze und Wind sind für ihn kein Problem.

Weißdornbeeren-Mus:
Weißdornfrüchte verlesen und waschen. Mit Wasser bedeckt ca. 6 Minuten weich kochen. Durch ein Sieb streichen. 1 Kg Weißdornfrüchte ergeben etwa 800 g Mus, man kann es mit anderen Früchten (z.B. Holunderbeeren, Sanddorn oder Berberitzensaft) gemischt zu leckeren Marmeladen verkochen.

Eleagnus angustifolia - Schmalblättrige Ölweide
5 - 7 m hoher Strauch oder kleiner Baum mit breit ausladenden Ästen, malerischer Wuchs. Verbreitet vom Mittelmeergebiet bis zur Mongolei. Sehr reichblühend, angenehm duftend, V-VI. Die olivenförmige, gelbe, silberschuppige Frucht ist 1 cm lang, eßbar und schmeckt mehlig, süß.
Ölweiden mögen vollsonnig stehen, tolerieren jede Bodenart, vertragen feuchte und sehr trockene Standort. Sie sind gut frosthart, hitzefest, windresistent und wertvolle Bienenweiden. Ein anspruchsloses Gehölz für Schutzhecken, Windschutzpflanzungen, Ödlandbegrünung. Aufgrund des malerischen Wuchses und der grausilbrigen Belaubung wirkungsvoll in graulaubigen Pflanzungen.

Euonymus europaeus - Pfaffenhütchen
Das Pfaffenhütchen leuchtet sehr: Im Herbst die Blätter in gelb-orange-dunkelrot und schon ab Juli die rosaroten Kapseln, mit den orangeroten Samen, die durch ihr Aussehen der Pflanze ihren deutschen Namen gaben. Der giftige Strauch wächst langsam und locker, wird höchstens 5-6 m hoch und wächst auf jedem nicht zu sauren Boden in Sonne oder Halbschatten, auch an heißen oder windigen Plätzen. Wichtiges Vogelnährgehölz, auch für viele Insekten wichtig.

Frangula alnus (Rhamnus frangula) - Faulbaum, Pulverholz
Der Faulbaum ist ein schnellwüchsiger , locker aufrecht wachsender Großstrauch. Er wird 1,5 - 5 m hoch und trägt nach unscheinbaren Blüten ungenießbare rot-schwarze Beeren. Der Faulbaum bildet Ausläufer und ist tolerant, nur nicht zu schattig sollte es sein; auch verdichteten Boden mag er nicht. Er ist Futterpflanze für die Raupen des Zitronenfalters.

Hippophae rhamnoides - Sanddorn
Leckere knallorangerote Beeren (sehr Vitamin C-reich) leuchten häufig an grau-silbrigen Sträuchern an der Ostseeküste: Sanddorn ist gut salzverträglich und durch seine Ausläufer vermehrt er sich schnell. Bevorzugt wächst er auf nährstoffarmen Böden in der Sonne, und er verträgt Hitze und Wind, Überschwemmungen und auch Einschüttungen gut. Sanddornsträucher werden 2 - 5 m groß.

Sanddorn-Saft:
Aus Sanddornfrüchten läßt sich leckerer und sehr vitaminhaltiger Saft bereiten, indem man die Früchte durch ein Sieb streicht. 1 Teil Saft mit 5 Teilen Wasser verdünnen, evtl mit Honig oder Zucker süßen. Mit etwas Zitronensäure und Gelierzucker läßt sich der (unverdünnte) Saft auch gut zu Gelee einkochen.

Ligustrum vulgare 'Atrovirens' - Liguster
Diese Sorte des heimischen Liguster überwintert im Alter mit grünen Blättern; das und die Schnittverträglichkeit machen die Pflanze zu einem beliebten Heckenstrauch. Wenn er nicht geschnitten wird, wächst der Liguster langsam zu einem 5 m großen Strauch heran. Im Sommer blüht er stark duftend weiß, und ab August sind dann an den Zweigen schwarze, schwach giftige Beeren zu sehen. Der Liguster ist völlig anspruchslos, was Boden- und Standortverhältnisse angeht - nur zu schattig sollte es nicht sein.

Lonicera xylosteum - Rote / Gewöhnliche Heckenkirsche
Diese strauchig wachsende (1,5 - 3 m) Heckenkirsche ist mit den kletternden Geißblättern (Jelängerjelieber) verwandt. Im Mai schmücken sie kleine gelblichweiße duftende Blüten; später bekommt sie dann leuchtend rote, ungenießbare Beeren. Die Heckenkirsche ist anpassungsfähig und gut für Schutzpflanzungen und zur Bodenbefestigung im Halbschatten.

Mespilus germanica - Echte Mispel
Die Mispel wird 3 - 6 m groß, wächst meist strauchig und ist als traditionelles Obstgehölz eine jahrtausendealte Kulturpflanze. Die großen braunen Früchte, die sich aus weißen Blüten entwickeln, sind nach Frosteinwirkung eßbar. (Lecker im Winter zu Gänsekeulen ...). Mispeln lieben die Wärme, und sonnige-halbschattige Standorte auf eher sandigen Böden.

Prunus avium - Vogelkirsche, Wildkirsche
Die Urform zahlreicher Obstsorten wird ca. 20 m hoch und blüht im April-Mai, kurz vor dem Laubaustrieb ganz wunderschön weiß. Ab Juli reifen die erst roten, später schwarzen essbaren Früchte. Der Baum mag gern sonnig stehen und ist empfindlich gegen Salz und Wind. Der Boden sollte nicht zu naß sein. Schmucke Herbstfärbung !

Prunus padus - Traubenkirsche
Die Traubenkirsche ist ein Frühlingsbote. Bis zu 10 m hoch wird dieser im April - Mai so üppig weiß blühende Strauch oder kleine Baum! Ab August trägt die Pflanze schwarze erbsengroße Früchte. Traubenkirschen mögen nährstoffreiche, feuchte Böden und vertragen auch mal eine Überschwemmung. Zuviel Schatten, Wind oder verdichteten Boden mögen sie nicht.

Prunus spinosa - Schlehe, Schwarzdorn
Mit Korn oder Cognac, Vanillestange und Kandis sollten die blauschwarzen Früchte der Schlehe angesetzt werden, aber nicht vor dem ersten Frost im Herbst. Dieser Likör eignet sich gut als Weihnachtsgeschenk (wenn dann noch welcher da ist). Die Schlehe wächst langsam, bis 3 m hoch; sie blüht im Mai üppig weiß. Durch Ausläufer verbreitet sie sich in Sonne und Halbschatten. Sie kommt mit jedem Boden klar, verträgt auch Wind und Hitze, aber keine Überschwemmungen.
Schlehenmus:
Schlehenmus läßt sich wie oben das Weißdornmus zubereiten. Das dunkelrote Mus schmeckt für sich allein wie Schlehen herb zusammenziehend. Mit anderen Früchten gemischt ergibt es vorzügliche Marmeladen mit apartem Wildfruchtgeschmack.

Ribes alpinum - Alpenjohannisbeere
Der Name verwirrt: Die Alpenjohannisbeere kommt auch im Tiefland vor. Sie trägt im April-Mai gelbgrüne duftende Blüten und rote Beeren im Herbst. Der Strauch wird 2 m groß und wächst gern im Halbschatten-Schatten. Sonne verträgt er nur bei feuchtem Standort. Überhaupt sollte der Boden eher frisch und nicht zu nährstoffarm oder sauer sein. Vogelschutz- und Nährgehölz.

Rhamnus catharticus - Kreuzdorn, Wegdorn
Der Kreuzdorn ist ein langsam und sparrig wachsender Großstrauch oder kleiner Baum von 3 - 8 m Höhe. Nach unscheinbaren Blüten im Mai erscheinen im September erbsengroße schwarze ungenießbare Beerenfrüchte. Der Kreuzdorn stellt kaum Ansprüche an Boden und Standort, nur zu schattig oder verdichtet sollte es nicht sein. Kreuzdornsträucher bilden Ausläufer.

Rosa - Wildrosen in verschiedenen Arten
Wildrosen gibt es viele wunderschöne und man kann mit ihnen vieles zubereiten:

Rosenblütenlikör:
3 Tassen Rosenblütenblätter mit einem Streifen Zitronenschale in ein Einmachglas geben. 1 Flasche Brandy darübergeben und verschließen. 28 Tage an einem kühlen Ort stehenlassen, gelegentlich schütteln. 1 Tasse Zucker zufügen und noch 14 Tage stehenlassen. Jetzt 1-2 Mal am Tag schütteln, damit der Zucker sich auflöst. Die Blütenblätter aussieben und den Brandy in einer heiß ausgespülten Flasche an einem kühlen dunklen Ort noch einen Monat ziehen lassen. Ein ganz besonderer Tropfen.

Rosenbowle:
Von 6 - 8 roten oder rosa Rosen den weißen Blütenboden abschneiden. Mit 2 Eßlöffeln Zucker, einem kleinen Glas Cognac und einer halben Flasche trockenem Weißwein 1 - 2 Stunden ziehen lassen. Dann abseihen. Zum Servieren mit weiteren 1 1/2 Flaschen trockenem Weißwein und einer Flasche Sekt auffüllen. Mit Rosenblütenblättern garnieren.

Rosenessig:
2 Handvoll stark duftende Rosenblüten und eine Handvoll Himbeeren in eine dekorative Flasche füllen und 1/2 l Weinessig zufügen. 2 Wochen auf der sonnigen Fensterbank ziehen lassen, abfiltern und kühl und dunkel aufbewahren.

Hagebuttensuppe:
Frische Hagebutten waschen und entkernen und im Mixer so weit wie möglich zerkleinern. Wasser mit Weiß- oder Rotwein mischen, Zucker und abgeriebene Zitronenschale zugeben und darin die Hagebutten erhitzen, allerdings nur ganz kurz. Mit roh geriebenen Äpfeln und eingestreuten Zwiebackbröseln die Suppe sämig machen. Mit Suppenmakronen heiß oder kalt servieren.

Salix caprea mas - Salweide
Die Salweide wird schnell 3-7 m groß. Diese veredelte männliche Form (mas) trägt schon vor dem Laubaustrieb duftende silbrig-gelbe Kätzchen. Salweiden können auf allen sonnigen und halbschattigen Standorten wachsen. Sie sind anpassungsfähig - nur starke Überschwemmungen mögen sie nicht - und sehr windfest. Wichtiges Bienennährgehölz im zeitigen Frühjahr.

Sambucus nigra - Schwarzer Holunder, Fliederbeere
Ein schnellwüchsiger Großstrauch, der bis zu 7 m hoch werden kann. Aus kleinen weiß-gelben Blüten, die im Mai in Dolden stehen ( hieraus kann man Holundersekt zubereiten! ) reifen im Herbst violettschwarze Beeren. Außer zu tiefem Schatten hindert den Holunder nichts am wachsen !

Holunderblütensekt:
15 große Holunderblüten und 4 ungespritzte Zitronen, in Scheiben geschnitten mit 1 kg Zucker und 30 g Zitronensäure in 10 l Wasser ansetzen. Eine Nacht stehen lassen, dann durchsieben. Mit Sekt oder Selter gemischt ist das ein leckeres Getränk für warme Tage. Kann in Glasflaschen eingeweckt werden, sonst muß es bald ausgetrunken werden.

Holunderbeeren-Gelee:
Mit dem Dampfentsafter kann man Holunderbeeren gut entsaften. Aus dem Saft kann dann Gelee hergestellt werden: auf 1 l Saft nimmt man 1200 g Gelierzucker, 5 g Zitronensäure und 1 Messerspitze Zimt. Das wird zum Kochen gebracht und sollte 10 Min. weiterkochen. Heiß in Gläser füllen.

Sorbus aucuparia - Vogelbeere, Eberesche
Ein Vogelbeerbaum wird bis zu 10 m hoch. Ab Juli trägt er leuchtend rote, eßbare Beeren. Diese Beeren sind sehr reich an Vitamin C, und es lässt sich Marmelade aus ihnen zubereiten. Schön ist auch die leuchtende Herbstfärbung. Die Vogelbeere wächst sowohl auf sonnigen, als auch auf schattigen Stellen, nur Bodenverdichtung oder Trockenheit mag sie nicht.

Vogelbeerkompott:
Vogelbeerkompott mildert man mit gleichen Teilen Äpfeln oder Birnen. Die Beeren werden gewaschen, die Äpfel oder Birnen geschält, vom Kerngehäuse befreit und in schmale Spalten geschnitten. Alle Früchte werden zusammen in einen Topf gegeben und mit soviel Wasser, daß sie gerade bedeckt sind, bei mittlerer Hitze nicht zu weich gekocht. Das Kompott wird mit 300 g Zucker pro kg Früchte, sowie etwas Zimt und Nelken gewürzt, nach dem Abkühlen gibt man ein Glas Birnenschnaps dazu. Auch Gelee kann gut aus entsafteten Vogelbeeren evtl. auch mit Äpfeln oder Brombeeren zubereitet werden.

Viburnum lanata - Wolliger Schneeball
Der Wollige Schneeball wächst langsam 1 - 4 m hoch. Seine Blüten sind creme-weiße Trugdolden, die stark riechen. Ab August trägt er leuchtend rote Früchte, die später schwarz werden. Wie die Früchte des Gewöhnlichen Schneeballs sind diese roh ungenießbar, wurden aber früher zu Marmelade gekocht. In warmen trockenen Lagen hat der Wollige Schneeball eine besonders schöne Herbstfärbung. Er meidet tiefen Schatten und verdichtete Böden, ist aber unempfindlich gegen Trockenheit und Wind.

Viburnum opulus - Gewöhnlicher Schneeball
Der Gewöhnliche Schneeball ist ein schnellwüchsiger Großstrauch von 1 - 4 m Höhe. Er blüht mit tellerförmigen weißen Trugdolden im Mai-Juni und trägt im Herbst glänzend knallrote Früchte. Dieser Schneeball bildet Ausläufer; er ist relativ anspruchslos, mag nur nicht zu schattig stehen. Er leidet unter Hitze und Trockenheit, ist aber gut windfest.

Himbeere - Rubus idaeus
Die europäischen Waldhimbeeren waren die Vorfahren unserer Kultursorten. Sie wurden als Arzneipflanzen schon vor 3000 Jahren im Mittelmeerraum verwendet.
Durch Züchtung wurden großfrüchtige, ertragreiche, gesunde und neuerdings auch mehrfach tragende Sorten gewonnen. Die Himbeeren gehören zu den Halbsträuchern, typisch ist, daß ihre unverholzten Ruten nach der Ernte absterben. Neue Ruten wachsen vom Frühjahr bis zum September. Sie blühen und fruchten im nächsten Jahr, um dann wieder abzusterben (= abgeschnitten zu werden).
Anders ist das nur bei den zweimaltragenden (herbstfruchtenden) Sorten: Sie tragen im Herbst an Ruten, die im Frühjahr und Sommer gewachsen sind. Diese abgetragenen Ruten sollen nach der Späternte nicht herausgeschnitten werden, denn sie tragen ein 2. Mal im Frühsommer des folgenden Jahres. Himbeerblüten sind zwittrig und selbstfruchtbar. Sie sind wertvolle Bienenfutterpflanzen. Die Blütezeit beginnt je nach Witterung und Sorte meist Ende Mai bis Juni, die Erntezeit Ende Juni bis Mitte Juli. Die günstigste Pflückzeit ist der frühe Morgen. Himbeeren gedeihen gut in lehmhaltigen, nährstoffreichen, leicht sauren, lockeren, jedoch nicht staunassen Böden. Humoses Erdreich und ständige Bodenbedeckung durch Mulchen sorgen für erforderliche Feuchtigkeit. Ein sonniger oder halbschattiger Standort ist geeignet.
Himbeerruten sollten in Reihen mit 50 cm Abstand an Gerüste gepflanzt werden, diese Reihen stehen am besten in Nord-Süd-Richtung mit mindesten 150 bis 250 cm Abstand. Ende Mai sollten schon die ersten Schnittmaßnahmen durchgeführt werden: dann können überflüssige Jungruten entfernt werden. Man läßt pro laufenden Meter 10 - 12 gesunde Jungruten stehen, d.h. 5 - 6 pro Pflanze. Nach der Ernte werden sowohl die einmaltragenden, wie auch die zweimaltragenden abgeernteten Ruten bodeneben herausgeschnitten.

Brombeere - Rubus spec.
Obwohl schon vor 3000 Jahren als Wild- und Heilpflanze bekannt, kam die Brombeere erst vor 150 Jahren in unsere Gärten. Unterschieden wird zwischen bedornten rankenden Sorten, bedornten, aufrecht wachsenden Sorten und den rankenden, dornenlosen Sorten. Brombeeren benötigen ähnliche Gerüste wie Himbeeren, die dornigen Sorten können als undurchdringliche Hecke gepflanzt werden. Bei allen Sorten wachsen im ersten Jahr lange Ruten, die im zweiten Jahr an ihren Seitentrieben blühen und fruchten. Nach der Ernte sterben diese Triebe ab. Brombeerblüten sind wertvolle Futterstellen für Bienen und Hummeln. Sie blühen recht spät und haben je nach Sorte recht unterschiedliche Erntezeiten ab Ende Juli bis zum Frost.
Brombeeren mögen im Garten warme, geschützte Plätze, humosen Boden und vertragen Trockenheit besser als Himbeeren. Werden Brombeeren in Reihen an Gerüsten gepflanzt, so sollten die Reihen in Nord-Süd-Richtung stehen; je nach Wüchsigkeit kann der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen 2 - 5 m betragen. Brombeeren sollten immer mit Ballen gepflanzt werden, nach dem Pflanzen können sie gut gemulcht werden. Die aufrechten Sorten werden wie die einmaltragenden Himbeeren geschnitten, die rankenden Sorten jedoch benötigen einen Winterschnitt im März, in dem die alten Tragruten herausgeschnitten werden und einen Sommerschnitt, der sie vor Verwilderung bewahrt. Dabei werden je nach Sorte die 4 - 6 kräftigsten Jungruten stehengelassen. Auch die Seitentriebe an den Jungruten werden im Sommer mehrmals auf 2 - 4 Augen zurückgeschnitten, damit sich im nächsten Jahr kräftige Fruchtrispen bilden können.
Im Winter kann es nötig sein, die Brombeeren zu schützen: Dazu werden die Jungruten auf die Erde gebogen und mit Laub oder Stroh abgedeckt.

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