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Naturschutz im Hausgarten

Der Hausgarten wird als Lebensraum für Wildtiere immer wichtiger. Kleinbiotope, Brachflächen, Futterpflanzen für Wildvögel und Insekten sowie Schutzräume in Hecken, Totholz- oder Steinhaufen locken vielerlei Tiere an und geben dem Garten Lebendigkeit über die gut gepflegte Rabatte hinaus. Jeder Gärtner kann in seinem Reich etwas für den Naturschutz tun - es gibt unendlich viele Möglichkeiten, von denen wir hier die wichtigsten kurz auflisten möchten.

Pflanzenvielfalt übers Jahr - eine Vielzahl verschiedener Pflanzen bedeutet meist, dass für viele unterschiedliche Tiere der Tisch gedeckt ist. Stauden und Rosen mit ungefüllten Blüten, viele Lippen- und Korbblütler bieten Nahrung für Bienen und Hummeln. Auch viele Wildkräuter, die wir im Garten lieber ausreißen, locken zum Beispiel Schmetterlinge an - an Brennesseln legen nicht nur Admirale, sondern auch Pfauenaugen und Kleine Füchse ihre Eier ab, damit sich die geschlüpften Raupen später an den nahrhaften Blättern laben können. Wer mag, sollte also eine Ecke im Garten für das Kraut reservieren, das anderswo weggejätet wird.

Aber auch Prachtrabatten können Faltern und anderen Insekten viel bieten - Edeldisteln, Verbenen, Skabiosen, Seidenpflanzen, Katzenminze und Lavendel und viele andere locken mit Pollen und Nektar. Insekten brauchen allerdings nicht nur im Hochsommer Nahrung - man sollte also auch frühe Bienenweiden wie Krokus und Perlblumen, Küchenschellen und Lungenkraut denken, und natürlich, wenn der Platz dafür da ist, an Wildgehölze! Dazu mehr etwas weiter unten. Im Spätsommer und Herbst blühen Fetthenne und Herbstzeitlose sowie Herbstkrokusse - auch sie werden noch gern von Bienen und Tagfaltern besucht. Wer einen Zwetschgenbaum im Garten hat, kann ein paar überreife Zwetschgen liegen lassen - Admirale lieben vergorenes Obst und freuen sich darüber!

Nach der Blüte sollten die Stauden in den Rabatten nicht gleich abgeräumt werden. Ihre Samen werden von kleinen Vögeln, vor allem Finken, gern gefressen. Vor allem fette Samen wie die von Edeldisteln, Flockenblumen und Karden sind sehr begehrt, außerdem die Samen der Rutenhirse. Später im Winter kommen noch kleine Vögel - oft aus dem Norden - , um Ysop- und Lavendelsamen und dergleichen zu fressen. Auch viele Einjährige bilden Samen, die Wildvögel ernähren: Lein und Klatschmohn, Amaranth und Sonnenblumen. Rosen, die Hagebutten bilden, locken Finken an. 

Eine Wildgehölzhecke aus Holunder, Weißdorn, Felsenbirnen ist nicht nur wunderschön anzusehen, sondern bietet Mensch und Tier gleichermaßen Nahrung. Die frühe Blüte erfreut Bienen und frühe Falter, im Sommer und Herbst gibt es Beeren zu naschen (hier streiten sich Mensch und Wildvogel um die Ernte!). Außerdem bieten Wildgehölzhecken vielen Vögeln Schutz. Eine Zusammenfassung der geeigneten Gehölze für eine Naschhecke finden Sie hier.

Kletterpflanzen an Haus und Zäunen werden gerade von kleinen Wildvögeln gern genutzt, um darin ihr Nest zu bauen - im Wein und Efeu verstecken sich Spatzen, Grasmücken, Schnäpper und Zaunkönige.   Nachtduftende Pflanzen locken Nachtfalter und dann auch schon bald Fledermäuse an. 

Totholzhaufen und Steinhaufen, in einer Ecke des Grundstücks aufgestapelt, bieten Überwinterungsmöglichkeiten für Igel und Bilche. Trockenmauern und sandige Brachflächen laden Wildbienen zum Nestbau ein (und die sandigen Flächen die Spatzen zum Sandbad!). Unaufgeräumte Ecken im Garten freuen den Igel - dort gibt es mit Sicherheit etwas zum Stöbern und Fressen. Über eine Tränke mit frischem Wasser freut er sich ebenso sehr wie die Vögel und viele Insekten. Ein kleines, aber etwas tieferes Wasser wird zum Anziehungspunkt für Libellen. Wie Sie auch auf kleinstem Raum einen Miniteich anlegen können, erfahren Sie hier.

Glückliche und gesunde Pflanzen wachsen auf glücklichem Boden - verzichten Sie auf Chemie im Garten, nicht nur auf Insekten- und Unkrautvertilgungsmittel, sondern auch auf synthetische Dünger.

Ein Komposthaufen liefert beste Nährstoffe für die Beete, die standortgerechte Pflanzung lässt alle Pflanzen besser gedeihen und weniger kränkeln. Mischkultur im Gemüsegarten verringert die Ausfälle durch Insektenfraß, und hält den Boden gesund. Organische Dünger, bodenaktivierende Produkte und Steinmehle fördern auf natürliche Weise die Humusbildung. 

Und schließlich kann man durch Nistkästen - für Vögel, aber auch für Hummeln und andere Insekten - und Schlafquartiere für Fledermäuse und Falter, vielen Wildtieren das Leben leichter machen.